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Burgprojekt: „Chancen nutzen, Lösungen finden“

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Initiator Schauer im Gespräch mit der Jungen Union

Das mittelalterliche Hotelprojekt „Burg Rothberg“ ist derzeit in aller Munde. In einem Gespräch zwischen Projektleiter Sebastian Schauer und Vertretern der Jungen Union am Drei-Königs-Tag erläuterte er die Hintergründe des Konzeptes und stellte zudem den Nutzten für die Region und die junge Generation in den Vordergrund. Im Laufe des Gesprächs gingen die Themen quer durch alle Belange, Möglichkeiten und Bedenken.

Auf dem Kellerberg soll bei Rotkot ein Themenpark in Form einer mittelalterlichen Burg mit angeschlossenem Handwerkerhof entstehen.

Schauer setzt dabei auf „Selfness“: Gästen sollen ein Domizil der Entschleunigung angeboten werden, das sich auf die Wertschätzung von Ernährung, Handwerk und Kommunikation konzentriere. Im Handwerksdorf werden Workshop und Produkte angeboten, die in traditioneller Art „ähnlich des Mittelalters“ hergestellt werden. Den Gästen solle eine „genussvolle Nachhaltigkeit“ vermittelt werden, wie Schauer es nennt.

Im Rahmen des Konzepts verwies er auf eine mögliche Funktion als touristischer Leitbetrieb für Zwiesel und die Region, von dem andere touristische Einrichtungen profitieren können. Als Beispiel führte er an, dass Gäste an Workshops im Handwerksdorf teilnehmen können, auch wenn sie aus preislichen Gründen nicht in der Burg übernachten möchten. Das würde Pensionen und kleinere Hotels zugutekommen. Ebenfalls können touristische Kooperationen in Tschechien das „goldene Band“ stärken.

„Besonders die Handwerker aus dem Dorf können wichtige Impulse schaffen“, ist sich Schauer sicher. 13-16 selbständige Unternehmer können in diesem Dorf einen „Laden“ betreiben. „Unser Pachtinteressent aus Regen, Michael Wühr mit der Woidsiederei, sucht z.B. bereits nach neuen größeren Produktionsflächen. Hier könnten Leerstände in der Stadt Zwiesel angeboten werden“, machte Schauer deutlich. Zudem entstünden insgesamt bis zu 100 Arbeitsplätze zum Betrieb der Burg Rothberg. „Auch Mitarbeiter, Familien und Handwerksdorf-Pächter werden einen Wohnort in der Nähe begrüßen.“, so Schauer weiter.

Neben einem Angebot für Freizeitgäste, die besonders auf Natur, Nachhaltigkeit und soziale Komponenten achten, sieht Schauer besonders Firmenkunden als Zielgruppe. „Ich denke, dass gerade eine Belebung des Business-Marktes in der Region wichtig ist. Immer mehr Konzerne schließen seit Jahren ihre ländlichen Tagungsmöglichkeiten und suchen nach besonderen bis außergewöhnlichen Alternativen. Hier entsteht Potential, das unser Projekt mit seinem Angebot sehr gut nutzen könnte“.

Einen unmittelbaren Vorteil für die Zwieseler Bürger sieht Schauer bei den Abwassergebühren, die sich durch den Hotelbetreib stabilisieren würden: „Wo mehr Abnehmer sich die Kosten teilen, werden die Kosten nicht so schnell steigen.“

Nach der ausführlichen Projektvorstellung gingen die JUler auch auf die möglichen Bedenken der Bürger und Anwohner ein. JU-Kreisgeschäftsführer Daniel Weber wollte die Zielgruppe der Burganlage nochmals erörtert haben. Schauer teilte mit, dass es hierbei um Menschen gehe, die sich im Urlaub eine Entschleunigung des Alltags wünschen und eher „Wellness für den Geist“ machen wollen. Thematisch wird es Lehr- und Erlebnispfade zu Handel, Handwerk und Ernährung und Workshops im bewussten Umgang mit Ressourcen geben.

Der Zwieseler JU-Ortsvorsitzende Alexander Hannes wollte wissen, wie die Zufahrt zur Burg genau verlaufe, da „Anwohner möglichst wenig belastet werden sollen.“ Schauer erwiderte, dass derzeit eine Zufahrt aus nördlicher Richtung über eine Rückegasse von Ludwigsthal her geprüft werde. „Von Rotkot/Zwiesel aus verlaufen die für Fußgänger gedachten Lehrpfade, die sich teilweise mit dem Böhmweg decken“, stelle Schauer klar.

Da das Thema auch überregionale Bedeutung hat, kamen auch der JU-Ortsvorsitzende von Langdorf, Michael Spielbauer, und der stellvertretende Ortsvorsitzende von Regen, Florian Wiesmüller, zu dem Gespräch. Wiesmüller warf die Frage nach der Umweltverträglichkeit auf. Laut Landratsamt bestehen gegen das Projekt bisher keine unüberwindbaren Bedenken, so Schauer. Michael Spielbauer stellte zudem die Frage nach den Erschließungskosten für die Anwohner: „Die Kostenübernahme durch das Projekt könnten in einem städtebaulichen Vertrag mit der Stadt verankert werden.“, antwortete Schauer.

Die Mitglieder der JU sehen in dem Projekt durchaus Potenzial für den Tourismus und die Wertschöpfung der Region, vor allem wenn man die bis zu 100 Arbeitsplätze betrachte. „Generell muss das Ziel sein, mögliche Investoren zu unterstützen, aber vor allem eine zufriedenstellende Lösung für die Bürger zu finden.“, gab Hannes zu bedenken und dankte Schauer für die informativen Einblicke in das Konzept. Schauer betonte, er nehme sich gerne der Anliegen der Bürger an und plane bereits weitere Info-Veranstaltungen zu dem Projekt.

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