Junge Union Zwiesel im Video-Talk mit Kino-Betreiberin Gabriele Probst

Zwiesel. Um sich aufgrund der aktuellen Situation mit den Belangen der Zwieseler Unternehmerschaft auseinandersetzen zu können, hat sich die Junge Union Zwiesel kürzlich in einem Video-Talk mit Kino-Betreiberin Gabriele Probst über die Auswirkungen der Corona-Krise in ihrem Betrieb ausgetauscht. Auch mögliche Wege aus der Krise und über die Zukunft des Zwieseler Kinobetriebes haben die Jungpolitiker zusammen mit der Zwieseler Unternehmerin diskutiert. Die JU findet, besonders jetzt müsse man die örtlichen Betriebe unterstützen.
JU-Ortsvorsitzender Daniel Weber freute sich, dass Kino-Betreiberin Gabriele Probst prompt zugesagt hatte, der Jungen Union über ihre derzeitige Situation zu berichten und mögliche Konzepte für die Zukunft zu diskutieren. Auch CSU-Ortsvorsitzender Alexander Hannes sowie Florian Wiesmüller, Geschäftsführer der Landkreis-CSU, hatten am dem Video-Talk teilgenommen. Eingangs schilderte die Zwieseler Unternehmerin, wie der berüchtigte Lockdown abrupt und mit voller Konsequenz in ihrem Unternehmen zugeschlagen hatte: „Von einem Tag auf den anderen musste ich alles auf Null zurückfahren“, erklärt Gabriele Probst und fügt hinzu: „Besonders gravierend war, dass die gut gebuchten Schulkinowochen nicht mehr stattfinden konnten.“ Weitere Folgen, die ihr zu schaffen machen, sind beispielsweise Süßwaren, die wegen der monatelangen Schließung ihr Haltbarkeitsdatum überschreiten. Doch in der Krise hat sich auch das positive Gesicht der Zwieseler gezeigt, schwärmt die Betreiberin des Filmtheaters Zwiesel, „Viele haben mich mit Gutscheinkäufen und positiver Rückmeldung unterstützt.“ „Die Unterstützung der hiesigen Unternehmer in unserer Stadt, die alle unverschuldet in die Corona-Krise gekommen sind, haben wir ein Stück weit auch selbst in der Hand“, resümiert der JU-Ortsvorsitzende Daniel Weber und unterstreicht zahlreiche positive Aktionen, mit denen man in den letzten Monaten Geschäfte, Restaurants und Einrichtungen in Zwiesel unterstützen konnte und nannte dabei vielfältige to-go-Angebote. Jetzt sei es Zeit, besonders die örtlichen Betriebe zu unterstützen. Brennend interessierte die JUler, wie die Zukunft des Zwieseler Kinos aussieht und wann man wieder mit einem Kinobesuch rechnen kann. Dazu erklärt Gabriele Probst, dass sie zurzeit auf Hochtouren an einem Hygienekonzept und dessen Umsetzung arbeitet, damit bald wieder ein „sicherer und kurzweiliger Kinobesuch“ möglich ist. Neben der Markierung von Gängen, dem Einhalten des Mindestabstands von 1,5 Metern sowie die Frage, in welchen Bereichen eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen ist, stehen Kinobetreiber aktuell vor zusätzlichen Herausforderungen. So erkundigte sich der CSU-Ortsvorsitzende Alexander Hannes, mit welchen Filmen man starten will, da zahlreiche Filmstarts verschoben wurden. Im Zwieseler Kino wird man Repertoire-Filme zeigen können, auch eine Umfrage in den sozialen Medien hatte Frau Probst schon gestartet, welchen Teil der beliebten Eberhofer-Reihe die Zwieselerinnen und Zwieseler gerne im Kino sehen würden, nachdem dessen neuester Kinostart auch verschoben werden musste.
Konkret wird Gabriele Probst, wenn es um die Wiedereröffnung des Zwieseler Kinos geht. Am 3. Juli soll es wieder möglich sein, einen Film in gewohnter Kinoatmosphäre zu genießen, wobei der Betrieb vorerst auf die Wochenenden konzentriert sein wird. Die Herausforderungen, die die Kinobetreiber jetzt gebündelt meistern müssen, fasst der Ortsvorsitzende Daniel Weber wie folgt zusammen: „Abstands- und Hygieneregeln, spätere Kinostarts, mehr Personalaufwand und natürlich muss sich der Betrieb auch wirtschaftlich rentieren.“
Stadtrat Christoph Haase wollte wissen, ob man die Idee eines Open-Air-Kinos auch in Zwiesel etablieren könnte. Die Zwieseler Kinobetreiberin hat schon Erfahrungen im Durchführen solcher Open-Air-Veranstaltungen, wie etwa bei der Zwieseler Glasnacht. „Doch man darf nicht vergessen, dass hier viele Faktoren passen müssen, wie etwa das Wetter und die Tatsache, dass man erst nachts spielen kann. Und nun kämen auch noch die Corona-Beschränkungen hinzu.“ Auch der Vorschlag eines Auto-Kinos, beispielsweise am Grenzlandfest-Platz, wurde von den Mitgliedern der Jungen Union angesprochen. Hier informiert Gabriele Probst, dass allein die Leihgebühren für die technische Ausstattung für ein Wochenende mehrere tausend Euro beträgt, „was sich in Zwiesel leider nicht rentabel betreiben lässt.“
Die Interessierten der Jungen Union Zwiesel wollten weitere Möglichkeiten diskutieren, wie man das Zwieseler Kino unterstützten kann. „Aktuell ist es möglich, sich einen Kinosaal zu mieten“, erläutert die Zwieseler Kino-Betreiberin, die lachend hinzufügt: „Ansonsten hilft dann vor allem, wenn viele Zwieseler oft ins Kino gehen.“
Vorsitzender Daniel Weber bedankte sich im Namen des JU-Ortsverbands sehr herzlich bei Gabriele Probst, dass sie ihnen so offen Einblick in ihre Situation gewährt hatte. Noch lange unterhielten sich die Jungpolitiker im Anschluss an den interessanten Austausch darüber, welche Auswirkungen die Corona-Krise nicht nur auf lokaler, sondern vor allem auf gesamtgesellschaftlicher Ebene mit sich bringt. Auch anhand der persönlichen Erfahrungen aus Schule, Studium und Beruf der JUler tauschen sie sich über die aktuelle Lage aus und wie die nächsten Schritte in Richtung Normalität aussehen könnten.

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