Neuwahlen bei der Jahreshauptversammlung der Jungen Union Zwiesel (JU): Daniel Weber zum neuen Vorsitzenden gewählt

Zwiesel. Ein voll besetztes Tennisstüberl war am vergangenen Samstag gespannt darauf, wie die Neuwahlen der Jungen Union Zwiesel verlaufen, da der bisherige Vorsitzende Alexander Hannes – nun JU-Keis- und neuer CSU-Ortsvorsitzender – nicht mehr zur Wahl angetreten war. Ihm folgt Daniel Weber, der nach einer emotionalen Rede einstimmig das Vertrauen für den Ortsvorsitz ausgesprochen bekam.
Nicht schlecht staunten die JUler, als sie zu ihrer diesjährigen Jahreshauptversammlung neben Mitgliedern auch zahlreiche Ehrengäste begrüßen konnten. Der scheidende Ortsvorsitzende Alexander Hannes war sichtlich erfreut, dass vor allem auch engagierte JUler aus dem Kreisverband und die CSU-Familie zahlreich erschienen waren. In ihrer Begrüßung dankte die 2. Bürgermeisterin der Stadt Zwiesel, Elisabeth Pfeffer, der JU für ihr unermüdliches Engagement. „Die JU schafft stetig den Spagat zwischen dem Besetzen politischer Themen und Geselligem“, zog die Bürgermeisterin als Fazit. „Wir als CSU sind personell gut aufgestellt und das ist zu einem maßgeblichen Teil euer Verdienst“, betonte Pfeffer die Wichtigkeit der Nachwuchsarbeit, die die CSU in Zwiesel für die Zukunft fit mache. Und auch die zahlreiche Anwesenheit zeige, so Pfeffer, das Interesse für die JU und die Entwicklung der Stadt. Weitere Ehrengäste waren CSU-Stadtrat Walter Unnasch und der 1. Vorsitzende des Vereins „Lernen und Leben in Europa e.V., Toni Fischer.
Leidenschaftlich berichtete Alexander Hannes von „seinen“ letzten vier Jahren an der Spitze des Ortsverbandes der Jungen Union Zwiesel und bekräftigte, was einen Ortsverband ausmache: aktiv, sichtbar und engagiert die Interessen der Jugend zu vertreten. Neben etlichen Wahlkämpfen, in denen sich die JU tatkräftig eingebracht hatte, standen diverse Frühschoppen auf Hannes Rückblick, sowie Stadtgespräche und Positionen zu unterschiedlichen Themen rund um Zwiesel. So positionierte sich die JU beispielsweise zum Verkehrskonzept und zur Stadtentwicklung. Besonders gut angenommen wurden laut Hannes auch die Schafkopf-Schule, der Besuch des Zwieseler Filmtheaters und Aktionen wie die Plakatierungskampagne für mehr Schulsicherheit zu Schulbeginn. Besonders wichtig seien dem Europakandidaten Hannes auch die Erfolge, die Zwiesel vorweisen kann, und dass diese nicht kleingeredet werden. „Betonen wir das, was Zwiesel hat – ein Hallenbad, die Arberlandklinik, das Waldmuseum, mehrere Schulen und vor allem ist Zwiesel im Bereich der Grundversorgung – vom Arzt bis zum Bäcker – an der Spitze!“, zeigte sich Hannes überzeugt von der Vielfalt Zwiesels. Deutliche Worte fand Alexander Hannes auch mit Blick auf die anstehenden Europawahlen: „Geht wählen! Und macht den Leuten deutlich, dass wir die einmalige Chance haben, mit Manfred Weber einen Niederbayer an die Spitze Europas zu bringen“, forderte der scheidende JU-Ortsvorsitzende energisch und fügte hinzu: „Gegen die Antieuropäer, die das Friedensprojekt zerstören und Chaos wie in Großbritannien wollen, setze ich mich ein“. Für sein klares Bekenntnis zu Europa erhielt Hannes kräftigen Applaus.
Bevor man sich dem Thema der Neuwahlen annahm, blickte Alexander Hannes auf die Strukturdaten des Zwieseler Ortsverbandes der Jungen Union zurück. Mit einem Frauenanteil von rund 47% und einem Altersdurchschnitt von rund 26 Jahren sei die JU Zwiesel hervorragend aufgestellt, meinte Hannes. Besonders erfreulich sei es, dass sich immer wieder junge Neumitglieder der JU anschließen, um der Jugend in Zwiesel eine politische Stimme zu geben.
Der bisherige Stellvertreter im JU-Ortsverband Zwiesel, Daniel Weber, der auch stellvertretender CSU-Ortsvorsitzender ist, war es, der sich in einer leidenschaftlichen und emotionalen Rede um das Amt des Vorsitzenden bewarb. Weber sprach von den „hoch engagierten Menschen, die Interesse an der Glasstadt und ihrer Entwicklung haben“, als er auf den Ortsverband blickte. Beispielhaft nannte Daniel Weber einige Erfolge, die die JU mit ihrem teils beharrlichen Einfordern umsetzen konnte, wie etwa die Verlängerung des Grenzlandfestbusses und der Öffnungszeiten des Christkindlmarktes. „Wir haben es geschafft, dass man den Jahnplatz nicht seinem Schicksal überlässt, sondern dass in ihn investiert wird“, bezeichnete Weber die Errungenschaften der JU als Engagement und Zukunft für Zwiesel. Vor allem sei es der JU aber gelungen, miteinander zu diskutieren und den Dialog zwischen den Bürgerinnen und Bürgern zu fördern, denn das Sprichwort „Im Ren kemman d’Leid zam“, sei nicht nur das Motto der JU, sondern das Verständnis ihres politischen Engagements. Mit Vehemenz bekräftige er, dass Zwiesel auf sich stolz sein könne und dass es gelingen müsse, den Stolz der Zwieseler wieder aus der Mottenkiste zu holen. Jedoch verhehlte Daniel Weber nicht, dass die Glasstadt Zwiesel vor zahlreichen Herausforderungen stehe, die endlich offen und lösungsorientiert diskutiert werden müssen. Als Beispiele hierfür nannte der Bewerber die Stadtplatz-Problematik samt des Verkehrskonzeptes und regte an, auch andere Konzepte zu besprechen, die weg gehen von einem Stadtzentrum voll mit Einzelhandel hin zu einem Zentrum der Kultur, des Handwerkes und der Gastronomie. Als bedeutendes Anliegen bezeichnete Daniel Weber den Stadtpark, dessen Potential für Jung und Alt man besser nutzen müsse und konkretisierte seine Forderung: „Und wann verbinden wir endlich den Stadtpark mit dem Stadtplatz, um beide Flächen miteinander zu verbinden und mehr Attraktivität zu schaffen?“ Denkbar seien, so Weber, dass man leerstehende Gebäude auf der Rathausseite im unteren Bereich des Stadtplatzes abbaut, um so einen offenen Durchgang zum Stadtpark zu schaffen, der entsprechendes Gestaltungspotential mit sich brächte. So gelänge ein Zusammenbringen beider Flächen, die so gestaltet werden könnten, dass die Aufenthaltsqualität und Attraktivität deutlich gesteigert werden könne.
Eine klare Absagte erteilte Daniel Weber den Dauerkritikern und forderte alle Anwesenden auf, dass es ihre Aufgabe sein müsse, in der Stadt Zwiesel wieder ein Wir-Gefühl zu erzeugen und den angestauten Frust vieler Ehrenamtlicher ernst zu nehmen und dagegen einzutreten. Emotional wurde Weber in seinem Schlussappell, als er heftig Kritik daran übte, dass man sich nicht auf bearbeitete Fotos und Selbstdarstellungen im Internet, sondern auf das Wesentliche, das reale Leben, konzentrieren solle. „Und für dieses wahre Leben und dass wir alle in unserer Glasstadt Zwiesel dieses Leben so leben können, wie wir es für sinnvoll halten, will ich kämpfen“, erntete Daniel Weber lautstarken Applaus und wurde im Nachgang einstimmig zum neuen Vorsitzenden der Jungen Union Zwiesel gewählt.

Unterstützt wird der 27-jährige Studienreferendar Daniel Weber zukünftig durch die Stellvertreter Christoph Haase, Veronika Schwarz und Reinhard Wölfl. Marion Neubert wurde als bewährte Schatzmeisterin wiedergewählt und Johannes Matusin und Andreas Schmid wurden mit dem Amt des Schriftführers betraut. Julia Merkl, Severin Miera und Sibylle Rückl runden als Beisitzer die Vorstandschaft ab und Katja Eisch und Peter Kroner fungieren als Kassenprüfer. Einstimmig beschloss die Versammlung, Alexander Hannes mit seiner Erfahrung und seinem Wissen als Geschäftsführer des Ortsverbandes zu bestellen. Geleitet wurden die Neuwahlen von Florian Wiesmüller, JU Kreisschatzmeister, und der stellvertretenden JU-Kreisvorsitzenden Karolin Fuchs.

Der neu gewählte Vorsitzende Daniel Weber bedanke sich mit sehr persönlichen Worten bei Alexander Hannes für sein Engagement und das Wiederbeleben des JU-Ortsverbandes in den letzten vier Jahren und überreichte ihm noch Präsente des Ortsverbandes. Ebenso bedankte sich Weber bei Sebastian Kindermann, dem neu gewählten Kreisvorsitzenden des Arbeitskreises Schule, Bildung und Sport für die Landkreise Regen und Freyung-Grafenau für seinen Vortrag über die Arbeit des Arbeitskreises.
Nach einer regen Diskussion über die aktuellen Schülerstreike im Zuge der Bewegung „Fridays for future“, wurde die Jahreshauptversammlung beendet, die die JU in einem gemütlichen Teil noch im „Gloana Saitensprung“ ausklingen ließ. -dw

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